Ängste, Phobien, Zwänge


    Es erfolgt eine systemische Kurztherapie bei Zwängen und Phobien nach dem Therapiekonzept von G.Nardone.

    „Diese Behandlungsmethode ist nicht geeignet für Klienten, die in ihrem Therapeuten einen Beichtvater und Tröster suchen oder von ihm absolute und erbauliche „Wahrheiten“ hören wollen, an die sie glauben können. Außerdem kann diese Behandlung niemandem ans Herz gelegt werden, der jemanden sucht, mit dem er eine lange, intensive und leidenschaftliche sentimental-therapeutische Beziehung aufbauen kann. Schließlich kann diese Therapie auch nicht denjenigen empfohlen werden, die sich auf eine faszinierende Reise durch die verschulngenen Wege ihrer Seele begeben wollen, um ihr „wahres Selbst“ zu finden. All diese Personen sollen einen großen Bogen um Therapeuten machen, die in der Lage sind, die Behandlungsmethode von G. Nardone durchzuführen, da unserer Erfahrung nach eine gewisse „Abhängigkeit“ nicht ganz ausgeschlossen werden kann. Anders gesagt, es konnte beobachtet werden, daß die schnelle und effektive Lösung der schweren und betrüblichen Probleme der oben erwähnten Person die Art und Weise, wie diese Personen die Dinge wahrnehmen und bewerten, merklich zu ändern vermag. Dies kann so weit gehen, daß sich schließlich ihre Einstellung zu der Frage ändert, wie eine „richtige“ Therapie auszusehen hat. Ich möchte noch einen Gedanken beisteuern, der mir gekommen ist. Aufgrund eigener Erfahrungen, die meine Kollegen am Mental Research Institute mit mir teilen, bin ich ziemlich sicher, daß man den Autor (..G. Nardone) als „Manipulator“ bezeichnen wird. Dieser so moderne (oder vielleicht sogar „postmoderne“ ?) Vorwurf führt zu der Frage (die mir bislang noch keiner meiner Kollegen beantworten konnte): ist es möglich, sich eine Hilfeleistung vorzustellen, die nicht manipulativ wäre? Helfen bedeutet immer, Einfluß auszuüben. Wenn ich ins Wasser springe, um einen Ertrinkenden zu retten, manipuliere ich ihn damit nicht auch?“

    Paul Watzlawik, Palo Alto, Kalifornien, Juli 1996