Begleitpsychotherapie für Menschen mit transsexuellem Hintergrund / bei Transsexualität / Transidentität

    Diese Psychotherapie hat das Ziel, die Transsexualität / Transidentität zu diagnostizieren, diese zu sichern, und den Betroffenen auf seinem Weg zu begleiten. Bei den Patienten handelt es sich um eine Diskrepanz zwischen dem im neuronalen Netz verankertem Geschlechtswissen, dem geschlechtlichen Wesen, und dem tatsächlich vorhandenem Geschlechtskörper. Das Neuro-Genitale-Syndrom (NSG) zeigt sich durch gegengeschlechtliche Körpermerkmalen zum eigenen, erlebten Geschlecht.
    Diese Menschen sind sich ganz klar bewusst, welches Geschlecht sie haben: entweder Mann oder Frau, und niemals dazwischen. Sie sehnen sich nach einem stimmigen, funktionalen, und geschlechtsangepassten Körper.

    Gemäß den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung, der Akademie für Sexualmedizin und der Gesellschaft für Sexualwissenschaft müssen zur Diagnose von Transsexualität / Transidentität folgende Kriterien erfüllt sein:

    • Die Person identifiziert sich tiefgreifend und dauerhaft mit dem Gegengeschlecht.

    • Die Person hat ein anhaltendes Unbehagen bezüglich ihrer biologischen Geschlechtszugehörigkeit.

    • Es besteht ein starker Leidensdruck und / oder die Person ist in ihren sozialen, beruflichen oder anderen relevanten Funktionen stark beeinträchtigt.

    Bei Transsexualität besteht:

    • Der Wunsch, im anderen Geschlecht zu leben.

    • Das Gefühl des Unbehagens oder der Nichtzugehörigkeit zum eigenen Geschlecht.

    • Der Wunsch nach hormoneller und chirurgischer (gegengeschlechtlicher) Behandlung.

    Obwohl die Transsexualität so alt ist, wie die Menschheit selbst, sind die Ursachen hierfür weitestgehend unbekannt, und bislang wenig erforscht. 
    Wissenschaftler haben bestätigt, dass die Geschlechtsrolle bereits in den ersten drei bis fünf Lebensjahren festgelegt wird. Viele namhafte Forscher arbeiten mit Hypothesen, die genetischen, hormonellen, physischen, psychischen, sowie sozialen Faktoren, als Ursache festzulegen. So erscheint die Ursache der Transsexualität / Transidentität multifaktoriell bedingt: es gibt also keinen einzelnen Ursprung.
    Als widerlegt gelten bestimmte psychosoziale Ursachen für Transsexualität / Transidentität, wie z.B. Erziehungsfehler, oder Elternwunsch ein Kind des anderen Geschlechts zu haben. Neuere pränatale Forschung bestätigte, daß ein hormonelles Ungleichgewicht während der Embryonalentwicklung die Sexualhormone sowohl für die Ausbildung der Genitalien, als auch für die Ausbildung und Funktion des Gehirns beeinflussen. Demnach erscheint als sehr wahrscheinlich, dass ein Kind bereits zum Zeitpunkt seiner Geburt transsexuell bzw. transident ist.

    Transsexualität bzw. Transidentität darf keinesfalls als Krankheit verstanden werden, die „behandelt“ oder gar „geheilt“ werden kann.